sascha-rossmueller.de - Die Garantie für bessere Politik

27.09.2017

Lesezeit: etwa 4 Minuten

170. Geburtstag des einzigen jemals vom deutschen Volk gewählten Staatsoberhauptes

Erinnerung an den Held von Tannenberg und Reichspräsidenten Paul von Hindenburg

Sascha A. Roßmüller 

Vor 170 Jahren, am 02. Oktober 1847 erblickte in Posen ein großer Deutscher und ein mustergültiger Exponent preußischen Pflichtbewusstseins das Licht der Welt: die Rede ist von keinem geringeren als dem Helden von Tannenberg des Ersten Weltkrieges und späteren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Paul von Hindenburg entstammte väterlicherseits einem alten ostpreußischen Adelsgeschlecht, der Familie von Beneckendorff und von Hindenburg. Mütterlicherseits kann man sagen, dass sich in ihm altes Adels- und gutes Bürgerblut verbanden. Welch ein Mensch Hindenburg war, lässt sich nicht allein an seinen großen militärischen Schlachten oder staatsmännischen Taten ablesen, sondern nicht weniger an seiner ersten großen Liebe. Zunächst war Paul von Hindenburg nämlich mit Irmengard von Rappard aus Sögeln verlobt, die jedoch vor der Hochzeit mit 17 Jahren an Schwindsucht verstarb. An ihr zeigt Paul von Hindenburg, welche hingebungsvolle und gefühlstief empfundene Treue in auszeichnet. Bis zu seinem Lebensende sandte er an jedem Todestag einen Kranz ans Grab seiner einst geliebten. Dieselbe Treue sollte er Zeit seines Leben dann nicht nur der am 24. September 1879 geheirateten Gertrud von Sperling, sondern auch seinem deutschen Volke gegenüber an den Tag legen.

Als Sohn eines preußischen Offiziers beschritt Hindenburg ebenfalls die militärische Laufbahn. Von früh an war sein Leben von Begegnungen mit der Geschichte gekennzeichnet. 1865 wurde der noch junge Hindenburg Königin Elisabeth, der Witwe des verstorbenen preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV., als Leibpage zugeteilt. Im April 1866 wurde er bereits als Leutnant in das 3. Garderegiment aufgenommen und nahm an der berühmten Schlacht von Königgrätz teil. Hindenburg nahm, nachdem Frankreich am 19.07.1870 dem Norddeutschen Bund den Krieg erklärt hatte, auch am französisch-deutschen Krieg 1870/71 teil. Am 18. Januar 1871 repräsentierte Hindenburg sein Garderegiment bei der Kaiserproklamation im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles. Von 1873 bis 1876 besuchte er die Kriegsakademie in Berlin, die er mit der Qualifikation für den Generalstab verließ. Im März 1888 gehörte Hindenburg den Offizieren an, die am aufgebahrten Leichnam Kaiser Wilhelms I. Totenwache hielten. Seine Militärkarriere führte ihn bis zur Beförderung zum Generalleutnant am 09. Juli 1900 sowie fünf Jahre später zum General der Infanterie. Im März 1911 wurde er unter Verleihung des Schwarzen Adlerordens dann in den verdienten Ruhestand verabschiedet.

Doch nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges traf dann am 22. August 1914 eine telegraphische Anfrage aus dem Großen Hauptquartier bei Hindenburg ein, ob er bereit wäre, ein Kommando zu übernehmen. Seine Antwort war seiner soldatischen Art entsprechend kurz und präzise – sie beschränkte sich auf die beiden Worte: „Bin bereit.“ Diese verantwortungsvolle, bedingungslose nach keinem Wie, Wo oder Warum fragende Pflichtbereitschaft zeichnete diesen großen Mann aus. Ein zweites Telegramm selbigen Tages übermittelte daraufhin seine Ernennung zum Oberkommandierenden der 8. Armee, die in Ostpreußen einem zahlenmäßig mehr als zweifach überlegenem Gegner auf Leben und Tod gegenüberstand. Am 24. August um 4.00 Uhr morgens war Hindenburg bereits unterwegs. Nur acht Tage später wurde unter Ludendorffs und Hindenburgs Führung bei Tannenberg eine der glänzendsten Schlachten der Weltgeschichte siegreich geschlagen. Im August 1916 wurde Hindenburg zum Chef des Generalstabs und zum Chef der Obersten Heeresleitung ernannt. Zu Kriegsende führte Hindenburg trotz raffinierter, jedes Gelingen nach menschlichem Ermessen kaum vorstellbarer Bedingungen des Feindes das Heer ungefährdet und fest geschlossen in die Heimat. Am 25. Juni 1919 trat er als Chef des Generalstabes des Heeres zurück und verließ seinen letzten Dienstort im historischen Kolberg.

Auch nach diesem Lebensabschnitt ergriff den bereits über 70-Jährigen keine Weltflucht. Für den vom Scheitel bis zur Sohle pflichtbewussten Preußen gab es kein bequemes Ausruhen oder Hadern mit dem Schicksal. 1925 stellte sich der Feldmarschall erneut in den Dienst des Vaterlandes. Nachdem beim ersten Wahlgang zur Reichspräsidentenwahl am 29. März 1925 kein Kandidat eine absolute Mehrheit erreicht hatte, fragten die Rechtsparteien bei dem parteilosen Hindenburg um eine Kandidatur an. Der 77-Jährige äußerte sich zunächst zögerlich, stimmte jedoch schließlich zu, sich in die Pflicht nehmen zu lassen – und erhielt das Vertrauen des Volkes. Und weil er „seinen Posten in schwerer Zeit nicht eigenmächtig verlassen wollte“, stellte er sich 1932 zur Wiederwahl – mit Erfolg, wie wir wissen. Damit ist er bis heute auch das einzige deutsche Staatsoberhaupt, das je vom Volk direkt gewählt wurde. Sein Vorgänger Friedrich Ebert wurde von einer Nationalversammlung gewählt und die Präsidenten der Bundesrepublik werden von einer fragwürdigen Bundesversammlung gewählt. Der Held von Tannenberg und Reichspräsident verstarb – mehr oder weniger während des Dienstes - am 02. August 1934 auf Gut Neudeck in Ostpreußen.

» Zur Hauptseite wechseln
 

Das könnte Sie auch interessieren:

09.09.2017: System­relevante Bank mit VerlustenHorrende „Derivate-Leichen“ im Keller der Deutschen Bank! Die Deutsche Bank, nach Bilanzsumme das größte Kreditin­stitut der Bundes­republik, wurde 1870 mit dem Ziel gegründet, die inter­nationalen Handels­beziehungen zu stärken. Gegenwärtig ist die Deutsche Bank ...

06.09.2017: Papst Franziskus sollte auf die Worte Aphrems II hören!Der Vatikan als Teil der Migrations-Lobby – Fragwürdige Empfeh­lungen des Pontifex Sascha A. Roßmüller Papst Franziskus wünschte sich zu Beginn seines Pontifikats eine Arme Kirche, und es darf unzweifelhaft zu einer ihrer vornehmsten Aufgaben gezählt werden, sich ...

17.08.2017: Neuregelung der Bund-Länder-Finanz­beziehungen begünstigt die starken LänderReform des Länderfinan­zaus­gleichs schwächt den Föderalismus Sascha A. Roßmüller Mehr als zwei Billionen Euro beträgt die gesamte Staats­schuld der sich gerne als Wirtschafts­lokomotive darstel­lenden Bundes­republik. Bundes­finanz­minister Wolfgang Schäuble (CDU) ...

09.08.2017: National­demo­kratische Systemk­ritik heißt mehr Demokratie wagen!Prof. v. Arnim: „Das Grundp­roblem unserer Demokratie ist, dass sie keine ist.“ Sascha A. Roßmüller Laut Definition des seitens des heutigen Mainstream durchaus angesehenen Abraham Lincoln zeichnet sich die repräsentative Demokratie wie folgt aus: Regierung durch das ...

14.07.2017: Deutsche Minderheit der Heimat­verbliebenen – Erbe und AuftragEthnokul­turelle Identität bedarf wesentlich des Erhalts der Sprache Sascha A. Roßmüller Es ist zwar in der bundes­repub­likanischen Politik viel von Minder­heit­enpolitik die Rede, doch handelt es sich dabei nahezu ausschließlich um eine identitätsver­gessene Politik, ...

12.07.2017: IS ante portas! Sascha A. Roßmüller Auch wenn der IS im Mittleren Osten territorial zurückgedrängt wurde, ist eine für Europa äußerst gewichtige Frage im Zusam­menhang mit der radikalis­lamischen Terrormiliz seit langem unbeant­wortet. Nämlich die Frage nach der Gefahr, ob ...

28.07.2017
Sascha Roßmüller - Auftakt zur Bundestagswahl 2017
28.07.2017, Sascha Roßmüller - Auftakt zur Bundestagswahl 2017
  • Sascha Roßmüller - Auftakt zur Bundestagswahl 2017
08.03.2017
Sascha Rossmülller – Rede zum politischen Aschermittwoch 2017
08.03.2017, Sascha Rossmülller – Rede zum politischen Aschermittwoch 2017
  • Sascha Rossmülller – Rede zum politischen Aschermittwoch 2017
18.01.2017
Interview Sascha Roßmüller mit einem schwedischen Radiosender
18.01.2017, Interview Sascha Roßmüller mit einem schwedischen Radiosender
  • Interview Sascha Roßmüller mit einem schwedischen Radiosender
06.12.2016
Sascha Roßmüller: Deutschland im Spannungsfeld von EU-Krisenpolitik und Überfremdung
06.12.2016, Sascha Roßmüller: Deutschland im Spannungsfeld von EU-Krisenpolitik und Überfremdung
  • Sascha Roßmüller: Deutschland im Spannungsfeld von EU-Krisenpolitik und Überfremdung


2013 - 2018 © sascha-rossmueller.de - Die Garantie für bessere Politik - Alle Rechte vorbehalten | Impressum
Bildschirmauflösung:  X  px